Berlins Immobilienmarkt schließt allmählich auf

DWH AG, am 29.10.18 13:02

Sowohl im Wohn- und Gewerbe-, als auch im Büromarkt verzeichnen sowohl der deutsche als auch der Berliner Immobilienmarkt immer noch außerordentlich starkes Wachstum. Obwohl die Metropolregion Berlin sich vom Preisniveau immer mehr an andere Metropolregionen Deutschlands – wie Frankfurt, Hamburg, München und Düsseldorf – annähert, besteht nach wie vor eine Tendenz nach oben. Dieser Trend wird Experten zufolge auch weiterhin anhalten.

Arbeiten und Wohnen werden auch zukünftig gute Rendite bringen

Die hohe Nachfrage bei knappem Angebot der beiden Teilmärkte Büro- und Wohnimmobilien lässt die Mieten weiter steigen. Denn: in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so gut wie lange nicht. Besonders die großen Städte profitieren von steigenden Einwohnerzahlen und dem damit einhergehenden Beschäftigungsaufbau. Nicht zuletzt ist Tourismus ein Faktor, der gerade Berlin attraktiv macht. Dazu kommt, dass der prognostizierte Zuzug von etwa 40.000 Menschen pro Jahr auch in den nächsten Jahren für steigende Mietpreise der Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Hauptstadt sorgen wird.

Nachdem die Nachfrage an Büros in den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 sehr robust war, ging sie nun zurück – aufgrund fehlender Angebote. Den höchsten Preisanstieg verzeichneten Büromieten übrigens in Berlin: hier kletterte er um 8,5 % auf ganze 32 € pro Quadratmeter. Die sehr gute Entwicklung der deutschen Büromärkte ist der guten Konjunktur auf Grundlage expansiver Unternehmen zu verdanken. Der Abbau von Leerstand setzt sich weiter fort, die Mieten steigen in der Breite an. Besonders die Büromärkte werden durch die wachsende Wirtschaft auch künftig weiter angetrieben.

Die wirtschaftliche Entwicklung übertrifft alle Erwartungen

Die Arbeitslosenquote befindet sich auf einen neuen Tiefstand von 5,2% und ist damit wesentlich niedriger, als noch vor einem Jahr zu erwarten war. Erst 2017 hat die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstum von 2,2 % das deutlichste Wachstumsplus seit Jahren verzeichnet und auch 2018 wurde zu Jahresbeginn ein Wachstum von 2,3 % erreicht. Da beide Faktoren einander bedingen, etabliert sich besonders der anhaltend hohe private Konsum als wichtige Säule der deutschen Wirtschaft.

Verkaufsfläche in Innenstädten wird günstiger

Der immer stärker werdende Online-Handel sorgt allerdings dafür, dass der Lage nach begehrte Verkaufsflächen in der Innenstadt an Attraktivität verlieren: Die Nachfrage an Verkaufsfläche für Einzelhändler ist aufgrund der permanenten Konkurrenz aus dem Netz immer geringer geworden, so dass das einstige Zugpferd des gewerblichen Immobilienmarktes bereits seit 2015 stagniert. Der anhaltende Aufschwung und die allgemein gute konjunkturelle Entwicklung sorgen dafür, dass der Einzelhandel keine zu großen Einbußen zu verzeichnen hat.

Investments werden durch Zinsniveau begünstigt

Neben der enorm günstigen wirtschaftlichen Lage sorgt auch der anhaltende Niedrigzins dafür, dass Anleger ein sehr hohes Investmentvolumen aufbieten. Gerade Gewerbeimmobilien sind gefragt. Allenfalls ab 2019 ist mit einem langsamen Anstieg der Leitzinsen zu rechnen.